🌿 Heilpflanze
Schöllkraut
Chelidonium majus
Geschichte & Hintergrund
Schöllkraut ist ein historisch beachtetes Kraut, das seinen Platz als unauffälliges, aber stark wirkendes Heilmittel in der Volksheilkunde gefunden hat. Es gilt seit alter Zeit als Kraftpflanze, deren Einsatz primär wegen seiner leberfördernden und warzenlösenden Eigenschaften geschätzt wird. Aufgrund seiner auffälligen, milchgelben Flüssigkeit, die beim Abbrechen des Stängels austritt, hat es in vielen Traditionen einen festen Platz, da diese Säfe seit jeher zur Behandlung von Hauterkrankungen verwendet wurden.
Eigenschaften
- Stark cholagog und leberstützend (fördert den Gallenfluss)
- Krampflösend und entspannend
- Zellwachstumshemmend (insbesondere bei Hauterkrankungen)
- Beruhigend bei nervlicher Unruhe und Zittern
Anwendungsgebiete
- Leber- und Gallenerkrankungen (z.B. Gelbsucht, Gallenblasenentzündung)
- Warzen und andere Hautverhornungen (durch den gezielten Saftaustritt)
- Menstruations- und Magenschmerzen (durch krampflösende Wirkung)
- Nervosität und zitternde Hände (durch beruhigend wirkende Bestandteile)
Zubereitung
Das Schöllkraut ist aufgrund seiner starken Wirkeigenschaften nur mit Bedacht zu verwenden. Geeignet sind: 1. Tinktur: Die Blüte oder das Kraut kann als Tinktur (Urtinktur) zubereitet werden, welche die gesamte Wirksamkeit des Krauts überträgt. 2. Tee: Ein Aufguss aus getrocknetem Kraut eignet sich gut zur Behandlung von Leber- und Gallenschwäche. 3. Pressaft: Der frisch gewonnene, ätzende gelbe Saft wird traditionell und sehr sparsam (maximal ca. 20 Tropfen) und ausschließlich zur lokalen Anwendung (z.B. auf Warzen) eingesetzt. Vorsicht ist geboten, da der Saft stark hautreizend ist.
Fundort & Vorkommen
Es ist ein robustes, anspruchsloses Kraut, das in vielen Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas vorkommt. Es bevorzugt das Wachsen in der Nähe von menschlichen Behausungen an Mauern, Wegrändern oder auf Schuttplätzen.