🌿 Heilpflanze
Nelkenwurz
Geum urbanum
Geschichte & Hintergrund
Die Nelkenwurz wurde aufgrund ihres intensiven Geruchs und der Ähnlichkeit zu Nelkenblüten historisch hochgeschätzt. Aus ihrer Wurzel wurde früher ein Ersatzstoff für das damals sehr kostbare Nelkengewürz hergestellt. In der Tradition der Naturheilkunde nutzte Hildegard von Bingen die Nelkenwurz als „Liebestrank“: Die Wurzeln wurden im April ausgegraben und in Weißwein eingelegt, um ein Heilgetränk zu kreieren, das das Herz erquickt und zur Liebe entflammt.
Eigenschaften
- Adstringierend (astringent)
- Bitterstoffreich (enthält Gerbstoffe)
- Beruhigend für Haut und Schleimhäute
- Enthält Eugenol, ein ätherisches Öl, das starke desinfizierende und schmerzlindernde Eigenschaften besitzt
Anwendungsgebiete
- Förderung der Mundhöhle und Zahnfleischgesundheit (durch Eugenol)
- Beruhigung von Haut- und Schleimhautentzündungen (z.B. Rachen, Schleimhäute)
- Unterstützung bei Magen-Darm-Beschwerden (gastrische Fieber)
- Wundheilung und Verklemmung (durch adstringierende Wirkung)
Zubereitung
Die Pflanze ist vielseitig nutzbar: Aus dem getrockneten Kraut kann ein Tee zubereitet werden. Traditionell wird auch die Wurzel in Weißwein eingelegt. Frisch können Knospen, Wurzeln und Blüten nicht nur gekocht, sondern auch roh oder als salziger, bitterer Salat (Blätter) verzehrt werden. Die Wurzel wurde historisch auch geröstet und gemahlen als Kaffeeersatz verwendet.
Fundort & Vorkommen
Europa. Sie ist eine weit verbreitete Pflanze, die im Halbschatten, in Gärten, an Wegen und in lichten Wäldern zu finden ist. Im Frühjahr blüht sie mit kleinen gelben Blüten.