🌿 Heilpflanze
Baumwolle
Gossypium herbaceum
Geschichte & Hintergrund
Die Pflanze ist historisch sehr alt und war bereits in Altägypten bekannt. Die ethnobotanische Namensgebung ist reichhaltig: Bei arabischen Autoren wurde sie unter Namen wie Qothom, Chisfudsch, Thuth, Uthub, Kasara und Kursut geführt. In Indien existieren Namen wie Kapäs, Vona, Paruthi, Hatti-gida oder Pattichettu. Die Kultur der Pflanze ist seit jeher in Ostindien und anderen Regionen verbreitet.
Eigenschaften
- Liefert natürliche Samenwolle, die hervorragendes Verbandmaterial bildet.
- Das aus den Samen gewonnene Öl eignet sich zur Herstellung von Salben und Linimenten.
- Die Wurzel gilt traditionell als Ersatz für das Mutterkorn.
- Enthält Verbindungen wie Gossypiumsäure, Melitriose und Cholin.
- Die Blätter und Samen können zu einer breiigen Paste verarbeitet werden.
Anwendungsgebiete
- Als Verbandmaterial (Samenwolle) für Wunden und Verbände.
- Bei Verbrennungen und Verbrühungen: Paste aus Blättern und Samen als Auflage.
- In der Frauenheilkunde: Wird historisch als Ersatz für das Mutterkorn bei Geburten sowie bei Störungen der Menstruation eingesetzt.
- Für die Behandlung von Menstruationsstörungen (unter traditioneller Anwendung).
Zubereitung
Die Samenwolle wird direkt für Verbandbänder verwendet. Die Samen können zu einem Öl verarbeitet werden, das in Salben und Linimenten genutzt wird. Für Brandwunden wird eine breiige Paste aus den Blättern und Samen zubereitet und als Auflage angewendet.
Fundort & Vorkommen
Traditionell in Ostindien, aber auch in weiteren Regionen angebaut (cultivirt).