🌿 Heilpflanze
Heilziest
Stachys betonica
Geschichte & Hintergrund
Stachys kommt aus dem Griechischen und bedeutet Ähre, nach der Form des Blütenstandes; Betonica soll auf die spanischen Vettonen zurückgehen, die nach Plinius die Pflanze zuerst verwendeten. Der Heilziest ist eine uralte Heilpflanze – schon der Leibarzt des Kaisers Augustus, Antonius Musa, soll ihr eine eigene Schrift gewidmet haben. Hippokrates, Paracelsus und Hildegard von Bingen führen sie. Lonicerus nennt eine außerordentlich lange Liste von Anwendungen, von Wunden über Gicht bis zu Nervenleiden.
Eigenschaften
- Durchblutungsfördernd: Bei schlechter Blutzirkulation und Taubheitsgefühl in den Gliedern überliefert.
- Nervenwirksam: Traditionell bei Lähmungserscheinungen und nach Schlaganfall gegeben.
- Wundheilend: Seit der Antike äußerlich auf Wunden gelegt.
- Zweijährige Entwicklung: Treibt im ersten Jahr nur einen kurzen Stengel, im zweiten das fortwachsende Rhizom.
Anwendungsgebiete
- Schlechte Durchblutung
- Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen
- Nachbehandlung bei Lähmungen
- Kopfschmerzen
- Äußerlich auf Wunden
Zubereitung
Verwendet werden Kraut und Blätter, seltener die Wurzel. Hippokrates ließ den Saft nehmen, Hildegard von Bingen das Kraut. Üblich sind drei- bis viermal täglich eine Tablette der Frischpflanzenzubereitung. In der heutigen Heilkunde wird der Heilziest nur noch selten verwendet.
Fundort & Vorkommen
Auf Magerwiesen, an Waldrändern und in lichten Wäldern Europas.