🌿 Heilpflanze
Kosoblüten
Hagenia abyssinica
Geschichte & Hintergrund
Kuso, Koso oder Kwoso bezeichnet in Äthiopien sowohl den Bandwurm als auch das Mittel dagegen. Der Baum wurde zu Ehren des Königsberger Professors K. G. Hagen benannt. Die ersten zuverlässigen Nachrichten brachte der Forscher James Bruce nach Europa, der auf seiner Reise zu den Nilquellen zwischen 1769 und 1771 den Baum und die Verwendung seiner Blüten kennenlernte. 1799 beschrieb Willdenow ihn wissenschaftlich; in Deutschland ist Koso seit 1834 bekannt.
Eigenschaften
- Wurmtreibend: Eines der wirksamsten überlieferten Bandwurmmittel.
- Frischeabhängig: Die lebhaft rote Farbe der Droge zeigt an, dass sie noch wirksam ist.
- Hochgebirgsbaum: Wird bis zu 20 m hoch und ist ab 1600 m eine Charakterpflanze des Kilimandscharo.
- Weibliche Blüten: Gesammelt werden die Blütenstände zu Beginn oder nach dem Verblühen.
Anwendungsgebiete
- Bandwurmbefall
Zubereitung
Verwendet werden die weiblichen Blütenstände. Üblich sind 8 bis 16 g als kalter Aufguss, 15 Minuten ziehen lassen; die gepulverte Droge gilt als wirksamer. Wie bei allen Bandwurmmitteln gehört die Anwendung in ärztliche Hand.
Fundort & Vorkommen
In den höheren Stufen der ostafrikanischen Hochgebirge, besonders in Äthiopien und am Kilimandscharo.