🌿 Heilpflanze
Beinwell
Symphytum officinale
Geschichte & Hintergrund
Der Name Beinwell soll so viel bedeuten wie „Knochen zusammenwachsen lassen“ (Bein = Knochen, wellen/wallen = zusammenwachsen). Die Pflanze wurde bereits in der Antike für ihre heilenden Kräfte geschätzt. Legendär wurde ihr große magische Kraft zugesprochen: Bei Knochenbrüchen wurde die Wurzel ausgraben, in zwei Stücke gebrochen, und dies sollte der Heilung des Körpers helfen.
Eigenschaften
- Bindegewebsfestigend und regenerativ für Knochen, Bänder, Knorpel und Sehnen.
- Wundheilungsfördernd und durchblutungsanregend (stimuliert die Kallusbildung).
- Entzündungshemmend, schmerzlindernd und abschwellend.
- Enthält Allantoin und Kieselsäure, die die Heilung von Gewebe unterstützen.
- Die äußerliche Anwendung fördert die Durchblutung, die innere Anwendung unterstützt ebenfalls die Regeneration.
Anwendungsgebiete
- Stumpfe Verletzungen (Prellungen, Quetschungen, blaue Flecken).
- Frakturen, Zerrungen und Bänderverletzungen.
- Rheumatische Schmerzen und entzündliche Gelenkbeschwerden (äußerlich und innerlich).
- Chronische Bindegewebsstörungen (z.B. bei Überbein oder Sehnenreizungen).
Zubereitung
Der Beinwell wird in verschiedenen Formen angewendet:
• Für äußere Anwendungen (Bad/Auflage): 50–100 g des getrockneten Krauts mit 2 Litern kochendem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und dem Badewasser zugeben. Auch als getränktes Tuch für Auflagen verwendbar.
• Salben/Verband: Kann in Salben oder Ölen (z.B. bei der Mischung mit Arnika) zur direkten Behandlung von Verletzungen verwendet werden.
• Innerlich (Tinktur): Die Wurzel wird als Tinktur eingenommen (empfohlen wird eine tägliche Einnahme von ca. 9 Tropfen, zur Unterstützung von Knochen-, Bänder- oder Schleimbeutelheilungen).
Fundort & Vorkommen
Europa, bevorzugt in feuchten Gebüschen, an Ufern und in Gräben, wo die Bedingungen ideal sind.