🌿 Heilpflanze
Wilde Karde
Dipsacus silvester
Geschichte & Hintergrund
Der Name Dipsacus kommt vom griechischen dipsáo – ich dürste: In den Bechern, die die verwachsenen Blattbasen bilden, sammelt sich Regenwasser. Schon die griechischen Ärzte gebrauchten die Karde. Dioskurides schreibt über sie, die mit Wein oder Essig zu Salbenkonsistenz zerstoßene Wurzel heile eingelegt Risse am After und Fisteln – aufzubewahren sei das Mittel in einer ehernen Büchse. Bock und Matthiolus kannten ebenfalls nur den äußerlichen Gebrauch.
Eigenschaften
- Zusammenziehend: Die Wurzel wirkt adstringierend auf Haut und Schleimhäute.
- Schmerzlindernd: Als Einreibung bei Gicht und Rheuma überliefert.
- Wasserspeicher: Die paarweise verwachsenen Blattbasen bilden Becken, in denen sich Regenwasser sammelt.
- Zweijährig: Bildet im ersten Jahr eine Rosette, im zweiten den bis zu zwei Meter hohen, stacheligen Stengel.
Anwendungsgebiete
- Äußerlich bei Schrunden und Rissen der Haut
- Einreibungen bei Gicht und Rheuma
- Fisteln und schlecht heilende Stellen
- Hautflechten
Zubereitung
Verwendet werden Wurzel und Blätter, überwiegend äußerlich. Dioskurides ließ die Wurzel mit Wein oder Essig zu Salbenkonsistenz zerstoßen. Üblich ist außerdem eine Frischpflanzenzubereitung, dreimal täglich eine Tablette.
Fundort & Vorkommen
Kalkliebend an Wegrändern, Böschungen und Schuttplätzen in Europa, dazu auf den Kanarischen Inseln und in Nordafrika.